Jean-Baptiste Willermoz

Jean-Baptiste Willermoz

Über die Schöpfung des Universums, der vergänglichen Materie und der Zahl Sechs, die er geschaffen hat und seine Beziehung zum Menschen.

Jean-Baptiste Willermoz

(1) Der Schöpfer wollte dieses physische Universum aus sichtbarer Materie formen, um seine Macht, seine Gerechtigkeit und seinen Ruhm zu offenbaren. Der Plan, den er entworfen hat, stellt sich in seiner göttlichen Vorstellung unter einer dreieckigen Form dar, ungefähr so wie sich der Plan oder der Entwurf eines Gemäldes in der Vorstellung eines Malers darstellt, mit dem er beginnt, bevor er mit der Ausführung beginnt. Aufgrund des dreieckigen Planes, musste das entstandene Werk diesen Abdruck tragen und dreieckig oder dreiteilig sein, wie er und das Werk das in der Tat ist.

(2) Ich sage, dass die Schöpfung des Universums und der Materie durch den Schöpfer durchgeführt wurde, um seine Macht, seine Gerechtigkeit und seinen Ruhm zu manifestieren. Seine Macht hat sich in der Tat durch den Akt der Schöpfung selbst manifestiert, die er aus dem Nichts alleine durch seinen Willen durchgeführt hat, seine Gerechtigkeit wurde offenbart durch die Bestrafung der ersten ihrer Pflichten vergessenden Wesen, welche er aus seiner Gegenwart vertrieben hat, der Schöpfer war unverrückbar in seiner Verordnung und konnte die Tugenden und Mächte nicht aberkennen, welche in Ihnen eingeboren waren durch das Prinzip der göttlichen Emanation, aber er hat ihre Gebote der geistigen Handlungen geändert. Er hat dieses materielle Universum geformt oder er hat es abgestellt, um ein Platz der Entbehrung zu sein und damit sie dort ihre schlechte Taten der Macht und des Willens für eine Ewigkeit trainieren in den Grenzen, die er ihnen vorgegeben hat. Aus dieser Offenbarung der Macht und der Gerechtigkeit des Schöpfers resultiert unbestritten die seines Ruhmes. Dieses Universum muss weiters für die Offenbarung von seiner endlosen Güte und seiner Barmherzigkeit dienen, welche verdeutlicht werden wird zu seiner Zeit.

(3) Es ist die Zahl Sechs, durch die die Schöpfung des Universums herbeigeführt wurde, wie Mose durch die sechs Tage zu verstehen gibt, von denen in der Schöpfungsgeschichte gesprochen wird, die nur ein Schleier sind, den er verwendet hat, um auszudrücken, was er sagen wollte. Der Schöpfer ist ein reiner und einfacher Geist, ewig, das nicht Etwas auf Zeit sein kann, übrigens hat die Zeit erst mit der Schöpfung des Universums, von dem wir sprechen, begonnen. Alles, was dem vorausgegangen ist, konnte nicht zeitlich sein, das kann somit nicht sechs Tage noch eine andere bestimmte Zeitspanne sein, von der Moses sprechen wollte, sondern viel eher von den göttlichen sechs Gedanken, welche wirklich die Schöpfung herbeigeführt haben. Wir lernen dadurch mittels geheimnisvoller Zusammenstellung kennen, dass die Anordnung die drei göttlichen Fähigkeiten lehrt, welche das Denken, der Wille und das Handeln sind oder in einem anderen Sinn, der sich uns zu einem passenden Zeitpunkt erklären wird, die Absicht, das Wort und die Ausführung.

(4) Das Denken ist Eins, einfach und unteilbar, wie der Geist, der es gemacht hat, es ist der Ursprung aller geistigen Handlungen, frei, und dadurch nimmt es den ersten Platz ein unter den drei geistigen Fähigkeiten, von denen wir sprechen. Deswegen zählen wir es als “1“. Es bringt den Willen hervor, ohne dem das Denken nichts wäre und nichts schaffen würde. Nach seinem zweiten Platz zählt er “2“ und wenn man das Denken hinzufügt, wovon er abstammt, zählen wir “3“. Diese komplettieren, formen die erste geistige Dreiheit. Aber das Denken und der Wille wären nichts und würden kein Ergebnis schaffen, wenn sie nicht in Bewegung gesetzt würden. Dies ist diese ergebnisschaffende Fähigkeit, die hervorgeht aus dem Denken und dem Willen, welche wir das Handeln nennen. Dieses Handeln zählt nach seinem dritten Platz “3“. Und wenn man das vorhergehende dritte zum Denken und dem Willen hinzufügt, von dem es hervorgeht, vervollständigt es die Zahl Sechs, welche die Schöpfung des Universums durchgeführt hat.

(5) Die Darstellung der drei kraftvollen angeborenen Fähigkeiten im Schöpfer gibt uns gleichzeitig eine Vorstellung vom unbegreiflichen Mysterium der Dreieinigkeit. Die Absicht gegeben dem Vater: “1“. Das Wort zugeordnet dem Sohn: “2“, und die Ausführung zugeordnet dem Geist: “3“; Wie das Wollen dem Denken folgt und die Handlung das Ergebnis vom Denken und Wollen ist, geht gleicherweise das Wort aus der Absicht hervor und die Ausführung wird aus der Absicht und dem Wort hervorgehen. Somit ergibt die geheimnisvolle Addition der drei Zahlen gleichfalls die Zahl Sechs, das Prinzip der gesamten irdischen Schöpfung. Wir erkennen durch diese Prüfung drei tatsächlich verschiedene Eigenschaften und die einen aus den anderen hervorgehend und verschiedene Ergebnisse erschaffend und dennoch Alles vereint im Selben und gleichzeitig einzig und unsichtbar seiend.

(6) Es ist uns gelehrt, dass der Mensch nach dem Abbild und nach der Ähnlichkeit von Gott geschaffen wurde. Der Schöpfer war reiner Geist, somit kann der Mensch nicht nach seiner leiblichen Form sein Abbild und seine Ähnlichkeit sein. Das kann somit nur nach seinen geistigen Fähigkeiten sein, folglich ist das niedere geistige Wesen oder Mensch eine Emanation der Gottheit und muss an demselben Wesen dieser Gottheit und seinen Fähigkeiten teilhaben. Wir haben eine recht schlechte Vorstellung in der täglichen Vervielfältigung, aber am wahrnehmungsfähigsten unter den irdischen Wesen. Aber das Wesen schafft trotz seiner Gleichartigkeit mit dem erschaffenden Wesen und teilnehmend an seiner Natur, nicht um selbst erschaffendes Wesen zu sein, gleich wie der Mensch von Gott stammt, nimmt er an seinem Wesen und seinen Fähigkeiten teil, ohne Gott selbst zu sein, ohne das Abbild und die Ähnlichkeit zu zerstören, die das Eine mit dem Anderen verbindet. Es gab immer einen großen Unterschied, der zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf sein muss. Und dennoch, wie der Mensch in sich die Macht oder die verschiedenen Fähigkeiten fühlt, nämlich das Denken, das Wollen und das Handeln, können wir mit Gewissheit sagen, dass er tatsächlich durch die drei geistigen Fähigkeiten, die in ihm eingeboren sind, das wahre Abbild vom Schöpfer ist, wie er auch die Ähnlichkeit durch die drei mächtigen Fähigkeiten ist, die gleichsam in ihm eingeboren sind: Die Absicht, das Wort, und die Ausführung, worüber wir zu einem späteren Zeitpunkt sprechen werden und das nicht mit dem Denken, Wollen und Handeln verwechselt werden darf.

(7) Nachdem wir die Zahl Sechs erklärt haben durch die Kraft, durch welche sie die Schöpfung bewirkt hat, werde ich über die Zahl Drei, Schöpfer der Formen und die Zahl Neun, welche wir der Materie zuordnen sprechen, denn man darf auch diese erscheinende und greifbare Materie, die unsere Sinne anzieht nicht mit den ungreifbaren Prinzipien verwechseln, aus denen sie aufgebaut ist. Es ist die Vereinigung dieser Prinzipien, in Handlung versetzt, was die Körper ausmacht.