Dr. Elias Rubenstein

Der mystische Weg des Martinismus

Elias Rubenstein 

Der Begriff Mystik hat seinen Ursprung in der griechischen Sprache und bedeutet „sich schließen“. Die Mystik wird auf Mysterien und Geheimriten bezogen, dieser Begriff wird auch im Sinne von „geheimnisvoll“ oder „verborgen“ verwendet. Im Gegensatz zur Magie ist die Mystik salonfähiger und beschreibt ganz selbstverständlich in Berichten und Aussagen die Erfahrung einer höheren Wirklichkeit, gleichzeitig aber auch die Bemühungen um eine derartige Erfahrung. Mystische Forschungen finden sich sogar innerhalb von Theologie und Religionswissenschaft. Der Ursprung der christlichen Mystik ist wesentlich älter als die Gotteserfahrungen der kirchlichen Mystiker.

Die moderne Mystik erscheint wie eine Mixtur aus Elementen verschiedener Religionen. Die Grenzen zwischen Mystik und Religion verschwimmen ineinander. Bereits im Mittelalter unterschied man zwischen experimenteller Erkenntnis Gottes (Erfahrungswissen von Gott) im Gegensatz zu einem lehrhaft vermittelbaren theoretischen Wissen.

Wirklich Gott zu erfahren, erfordert zuerst sich selbst zu erkennen. Dies ist mehr als nur die eigene Persönlichkeit zu erforschen. Natürlich kann unter bestimmten Umständen das Gefühl der Einheit mit Gott wie ein inneres Aufblitzen erlebt werden. In der magischen Transformation geht es jedoch um ein unerschütterliches Wissen, das sich konstant in deinen Lebensmustern ausdrückt.

Hierzu bietet der Martinismus einen graduellen Einweihungsweg mit einem reichhaltigen Symbolismus. Das Wissen um Symbole gehört zu den Schätzen des Martinisten Ordens als ein authentischer Hüter der westlichen Mysterientradition. Der Begriff Symbol kommt vom griechischen Wort „Symballein“ und bedeutet „Zusammenfügen“. Zu den Urhebern dieser Tradition zählen Don Martines de Pasqually, Marquis Louis Claude des Saint und Jean-Baptiste Willermoz.

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